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Friesenkampf



Was ist Friesenkampf?

Der Wettkampf ist benannt nach Karl-Friedrich Friesen, einem engen Mitarbeiter von Turnvater Friedrich-Ludwig Jahn, 1814 im Freiheitskrieg gefallen.
Er ist der vielseitigste gemischte Mehrkampf, den der Deutsche Turnerbund seit 1953 in seinem Meisterschaffsprogramm hat. Dabei sind fünf Disziplinen, nämlich Schießen, Kugelstoßen, Laufen, Schwimmen und Fechten zu bestreiten.

Von Friesen sagte Jahn:

Friesen war ein aufblühender Mann in Jugendfülle und Jugendschöne an Leib und Seele und ohne Fehl, von Unschuld und Weisheit, beredt wie ein Seher, eine Siegfriedgestalt, von großen Gaben und Gnaden, den jung und alt gleich lieb hatte, ein Meister des Schwerts auf Hieb und Stoß, kurz, rasch, fest, fein, gewaltig, und nicht zu ermüden, wenn seine Hand erst das Eisen fasste, ein kühner Schwimmer, dem kein deutscher Strom zu breit und reißend, ein riesiger Reiter in allen Sätteln gerecht, ein Sinner der Turnkunst die ihm viel verdankt."

Die eigentliche Bedeutung des Friesenkampfes liegt aber darin, die Fechter und Fechterinnen von Jugend auf dazu anzuregen, ihre vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit ständig zu üben und auf dem höchsten Stand zu halten. Das Fechten erfordert höchste Konzentration und Entschlusskraft für das Schiessen braucht man ein gutes Auge, Kugelstoßen fördert die Schnellkraft, Schwimmen die Organkraft und der 1000 m-Lauf gibt Ausdauer und Energie.
Geschossen wird mit dem Luftgewehr auf 10 m Entfernung, stehend freihändig. Nur die jüngsten Friesenkämpfer dürfen ihre Waffe auflegen. Für 5 Probe- und 10 Wertungsschüsse stehen dem Wettkämpfer 20 Minuten zur Verfügung. Kraft und Technik werden beim Kugelstoßen gefordert, von 3 Versuchen wird der Beste gewertet. Die Kugel wiegt je nach Altersklasse 3 bis 7,25 kg. Im Laufen müssen die Friesenkämpferinnen über 100 m Schnelligkeit, die Friesenkämpfer 1000 m Ausdauer beweisen. Beim Schwimmen kann zwischen 100 m Freistil u. 100 m Brust gewählt werden, natürlich mit verschiedener Wertung. Im Mittelpunkt steht das Fechten, dabei kämpfen die Männer und die männliche Jugend- A mit dem Degen, während die Waffe aller anderem Klassen das Florett ist. Im Gegensatz zum Modernen Fünfkampf, bei dem der erste Treffer das Gefecht gewonnen hat, im Friesenkampf ist der. Gewinner, wer zuerst 3 Treffer gesetzt hat. Sieger des Friesenkampfes ist derjenige, der nach den 5 Disziplinen die höchste Punktzahl erreicht; bei Punktgleichheit entscheidet die bessere Fechtleistung. Die meisten Friesenkämpfer sind Florett- bzw. Degenfechter, die in dem Mehrkampfprogramm eine Abwechslung zu den reinen Fechtturnieren sehen, mit dem weiteren Vorteil, der einseitigen körperlichen Beanspruchung beim Fechten entgegenzuwirken. Die vertretenen Sportarten bedeuten eine geringe Verletzungsgefahr, und sie können im höheren Alter noch betrieben werden.

Abteilungsleiter: Roland Engelhard

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